In vielen Netzwerken sehen Auslastungswerte auf den ersten Blick unkritisch aus. Eine WAN-Verbindung ist im Durchschnitt nur zu 35 Prozent ausgelastet. Ein Switch-Port zeigt über fünf Minuten eine moderate Last. Eine Firewall wirkt laut Monitoring nicht überlastet. Trotzdem melden Anwender langsame Anwendungen, instabile Sitzungen oder kurze Aussetzer.
Eine mögliche Ursache sind Microbursts.
Microbursts sind sehr kurze, intensive Lastspitzen. Sie entstehen, wenn in einem sehr kleinen Zeitraum plötzlich mehr Daten ankommen, als eine Verbindung, ein Interface, ein Puffer oder eine Netzwerkkomponente unmittelbar verarbeiten kann.
Das Problem: Viele klassische Monitoring-Systeme zeigen Durchschnittswerte über längere Intervalle, zum Beispiel eine Minute oder fünf Minuten. Ein Microburst kann innerhalb dieser Intervalle vollständig untergehen. Das Netzwerk sieht im Monitoring stabil aus, obwohl es im konkreten Moment kurzzeitig überlastet war.
Was bedeutet Microburst im Netzwerk?
Ein Microburst ist eine kurzfristige Verkehrsspitze im Netzwerk. Für einen kurzen Moment trifft mehr Datenverkehr auf eine Verbindung oder Komponente, als diese verarbeiten oder weiterleiten kann.
Vereinfacht gesagt: Die durchschnittliche Auslastung kann niedrig sein, aber innerhalb eines sehr kurzen Zeitfensters kann die tatsächliche Last die verfügbare Kapazität überschreiten.
Ein Beispiel: Eine Verbindung hat 1 Gbit/s Bandbreite. Über fünf Minuten betrachtet liegt die durchschnittliche Auslastung bei 300 Mbit/s. Das wirkt unkritisch. Innerhalb dieses Zeitraums treten jedoch mehrfach sehr kurze Spitzen auf, bei denen mehr als 1 Gbit/s übertragen werden soll. In diesen Momenten entstehen Warteschlangen, Verzögerungen oder Paketverluste.
Für die Anwendung zählt nicht der Durchschnitt über fünf Minuten. Entscheidend ist die Qualität im konkreten Moment der Kommunikation.