In einem idealen Netzwerk würden Pakete einer Verbindung gleichmäßig und mit nahezu identischer Verzögerung beim Empfänger ankommen. In der Praxis ist das selten der Fall. Pakete werden über Netzwerkkomponenten weitergeleitet, durchlaufen Queues, Firewalls, Router, VPN-Gateways, Providerstrecken, Cloud-Zugänge oder WLAN-Verbindungen. Dabei können sich die Laufzeiten von Paket zu Paket unterscheiden.
Diese Schwankung nennt man Packet Delay Variation.
Packet Delay Variation ist besonders wichtig, weil viele Anwendungen nicht nur auf eine niedrige Verzögerung angewiesen sind, sondern auch auf gleichmäßige Übertragung. Eine Verbindung kann eine akzeptable durchschnittliche Latenz haben und trotzdem problematisch sein, wenn einzelne Pakete deutlich später ankommen als andere.
Genau deshalb reicht es nicht aus, nur Durchschnittswerte zu betrachten. Für die Qualität einer Verbindung ist entscheidend, wie stabil die Paketlaufzeiten über Zeit sind.
Was bedeutet Packet Delay Variation?
Packet Delay Variation beschreibt die Veränderung oder Abweichung der Paketverzögerung innerhalb eines Paketstroms. Betrachtet wird also nicht nur, wie lange ein einzelnes Paket unterwegs ist, sondern wie stark sich die Laufzeiten mehrerer Pakete voneinander unterscheiden.
Ein einfaches Beispiel: Ein Paket benötigt 20 Millisekunden vom Sender zum Empfänger. Das nächste Paket benötigt 22 Millisekunden. Ein weiteres Paket benötigt 21 Millisekunden. In diesem Fall ist die Verzögerung sehr gleichmäßig.
Anders sieht es aus, wenn Pakete nacheinander 20, 80, 25, 150 und 30 Millisekunden benötigen. Dann schwanken die Paketlaufzeiten stark. Die Packet Delay Variation ist hoch.
Für viele Anwendungen ist genau diese Schwankung kritisch. Sie führt dazu, dass Daten nicht gleichmäßig ankommen, obwohl die Verbindung grundsätzlich verfügbar ist.