Paketverlust wird häufig als Prozentwert betrachtet, zum Beispiel 0,5 Prozent oder 1 Prozent Paketverlust. Diese Zahl ist wichtig, reicht aber nicht aus. Denn für Anwendungen ist nicht nur entscheidend, wie viele Pakete verloren gehen, sondern ob die Verluste einzeln verteilt auftreten oder gebündelt in kurzen Verlustphasen.
Genau solche gebündelten Verlustphasen nennt man konsekutiven Paketverlust oder Burst Packet Loss. Dabei gehen mehrere Pakete direkt hintereinander verloren. Für Sprache, Video, TCP-Verbindungen und interaktive Anwendungen kann das deutlich kritischer sein als derselbe Paketverlust, wenn er gleichmäßig über die Zeit verteilt ist.
Ein einzelnes verlorenes Paket kann für viele Anwendungen noch kompensierbar sein. Mehrere verlorene Pakete direkt hintereinander erzeugen dagegen größere Lücken im Datenstrom. Das kann Sprache hörbar stören, Videoqualität verschlechtern, TCP ausbremsen, Goodput reduzieren und Anwendungen verzögern.
Ein Netzwerk kann also in zwei Situationen denselben durchschnittlichen Paketverlust zeigen, aber völlig unterschiedliche Auswirkungen auf Anwendungen haben.
Beispiel: In beiden Fällen gehen 10 von 1.000 Paketen verloren. Rechnerisch sind das jeweils 1 Prozent Paketverlust. In Fall A gehen die 10 Pakete einzeln verteilt über einen längeren Zeitraum verloren. In Fall B gehen 10 Pakete in zwei kurzen Verlustphasen direkt hintereinander verloren.
Der Prozentwert ist gleich. Die Wirkung auf Sprache, Video, TCP, Durchsatz und Anwendungen kann aber sehr unterschiedlich sein.