In Netzwerken wird häufig über Bandbreite und Durchsatz gesprochen. Eine Verbindung hat zum Beispiel 1 Gbit/s Bandbreite. Eine Messung zeigt vielleicht 600 Mbit/s Durchsatz. Trotzdem kann die Anwendung deutlich weniger nutzbare Datenleistung erhalten.
Genau hier kommt Goodput ins Spiel.
Goodput beschreibt nicht die theoretische Kapazität einer Verbindung und auch nicht jede technisch übertragene Datenmenge. Goodput betrachtet die Nutzdaten, die tatsächlich erfolgreich bei der Anwendung ankommen und dort verwendet werden können.
Damit ist Goodput näher an der Anwender- und Anwendungserfahrung als viele klassische Netzwerkkennzahlen. Für eine Anwendung ist nicht entscheidend, wie viele Bits insgesamt über eine Leitung bewegt wurden. Entscheidend ist, wie viele verwertbare Nutzdaten stabil und rechtzeitig ankommen.
Ein Netzwerk kann also hohe Bandbreite und scheinbar guten Durchsatz haben, aber trotzdem niedrigen Goodput liefern, wenn viele Daten erneut übertragen werden müssen oder durch Overhead, Verluste und Protokolleffekte keine nutzbare Anwendungsleistung entsteht.
Was bedeutet Goodput im Netzwerk?
Goodput ist die tatsächlich nutzbare Datenrate einer Anwendung. Er beschreibt die Menge an erfolgreichen Nutzdaten pro Zeiteinheit.
Vereinfacht gesagt: Bandbreite beschreibt, was theoretisch möglich ist. Durchsatz beschreibt, was technisch übertragen wird. Goodput beschreibt, was davon als nutzbare Anwendungsdaten ankommt.
Ein Beispiel: Eine Verbindung hat 1 Gbit/s Bandbreite. Während einer Datenübertragung werden technisch 700 Mbit/s übertragen. Davon entfallen jedoch Teile auf Protokoll-Overhead, Wiederholungen, Retransmissions und nicht nutzbare Datenanteile. Bei der Anwendung kommen effektiv nur 520 Mbit/s Nutzdaten an.
In diesem Fall wäre der Goodput niedriger als der gemessene technische Durchsatz.
Goodput ist deshalb besonders interessant, wenn die tatsächliche Leistungsfähigkeit einer Anwendung bewertet werden soll.